Ganz durchzogen ist meine Bilanz bezüglich der beiden Konzerte dieser Woche. Am Dienstag gabs im Hallenstadion die Smashing Pumpkins und am Donnerstag im Rohstofflager die Plain White T’s. Die Pumpkins, eine altbewährte Band, welche sich im 2007 zu einer Reunion entschlossen; die Plain White T’s eine junge, ev. one-hit-wonder Band, welche die Teenies anlockte. Leider waren die Pumpkins nicht mehr das, was sie mal waren. Der Funke sprang am Pumpkins Konzert nicht rüber. Das absolute Highlight war 1979; Bill, alleine mit seiner Gitarre, wirklich eine gelungene Nummer. Noch zu erwähnen, die Pumkins spielten 2.5 Stunden; eine starke Leistung. Die Plain White T’s dagegen waren voller Energie, heizten das Publikum an und hatten sichtlich Spass. Bei einem ihre Lovesongs baten sie sogar ca. 10 Paare auf die Bühne um ‘geschlossen’ zu Tanzen, dies erinnert an Abschlussbälle auf amerikanischen Highscools, war wirklich witzig. Die wollte dem Sänger (Tom Higgenson) noch die Brille klauen… Das Highlight ihrer performance war natürlich ‘Hey There Delilah’. Lustig war das Publikum, mindestens jeder zweite streckte sein Handy in die Luft um das ganze zu filme, ein völlig neues Phänomen in der Konzertszene…
Auszug aus dem Tagi Online vom 08.02.08
Folgerichtig war der uncoolste Moment des Abends der nachhaltigste. Zu «Let Me Take You There» lud die Band jugendliche Paare auf die Bühne und hiess sie eng umschlungen tanzen. Zitternde Ausfallschritte fügten sich sodann begleitet von unsicheren Blicken zu einem ziellosen Wanken und Kreisen. Das war in seiner Bodenständigkeit sehr anrührend und stimmig, auch dass am Ende niemand von der Kanzel wollte, bevor nicht ein Erinnerungsfoto mit dem Sänger geschossen war.
Auszug aus dem Tagi Online vom 06.02.08
Corgan mag kein grosser Sänger sein – in den oberen Registern mogelt er sich konsequent an den Noten vorbei –, aber als Songwriter ist er beinahe zu vielseitig, um ins Korsett einer Rockband zu passen. Das wird klar, wenn er zur akustischen Gitarre greift und bei Unplugged-Versionen von «Perfect» und «1979» füllige Harmonien und clevere Melodien freilegt und seiner winselnden Stimme eine überraschende Eindringlichkeit verleiht. So hätte man ihm stundenlang zuhören können.
Ohne das Banner der Smashing Pumpkins kommt der Hochtalentierte trotzdem nicht aus, das hat der wenig beachtete Alleingang nach der Bandauflösung 2000 gezeigt. Allerdings braucht Corgan die Sma-shing Pumpkins mehr als sein einstiges Publikum ihn. Es wirkt traurig, wenn Corgan im Hallenstadion witzelt, er würde Begräbnismusik spielen. Es könnte durchaus sein, dass er dabei ist, die eigene Musikerkarriere zu Grabe zu tragen. Darüber täuschen weder die souveräne Miene zum bösen Spiel noch die feurige Version von «Cherub Rock», mit der das Konzert zu Ende geht, hinweg.